Kloster von Sankt Marien in Grottaferrata

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  Ursprung und Geschichte


Im Jahre 1004 erreichte ein heiliger Greis die Hügel von Tusculum. Er war auf der Suche nach einem Bauplatz für ein Kloster, «wo er alle Brüder und seine verstreuten Söhne zu versammeln vermochte». Es war der heilige Nilus, geboren in Rossano (Kalabrien) als Kind einer griechischen Familie (Kalabrien war damals byzantinisch).

Er hatte schon verschiedene Klöster in Kampanien gegründet. Geachtet von Prinzen, Kaisern und Päpsten, demütig und gefällig, wechselte er von einem Ort zum anderen, um den Ehrungen zu entgehen. Jetzt endlich näherte er sich Rom, um seine Tage in Frieden zu beenden. Sein Biograph und Jünger, der heilige Bartholomäus, schreibt, dass Nilus den Ort seiner letzten Ruhe durch «göttliche Erleuchtung» erfahren habe.

Auf den Hügeln von Tusculum wurden die Mönche von den riesigen Ruinen einer römischen Villa angezogen. Zwischen den Ruinen war ein niedriges Gebäude - opus quadratum. Schon zur republikanischen Zeit als Bestattungsort benutzt, wurde es im V. Jahrhundert in ein christliches Bethaus umgewandelt. Es hatte doppelte Gitter aus Eisen an den Fenstern, weshalb der Ort auch Crypta Ferrata (später Grottaferrata, mit Eisen beschlagene Crypta) genannt wurde. Hier blieb der heilige Nilus mit seiner Gefolgschaft.

Die Überlieferung erzählt, dass in der Crypta den beiden Heiligen die Mutter Gottes erschienen ist, und dass Sie die beiden ersucht hätte, an diesem Ort ein Ihr gewidmetes Heiligtum zu errichten, damit sich Ihre Gnade in der ganzen Gegend verbreiten könne. Nachdem sie das Grundstück vom Grafen von Tusculum Gregorius geschenkt bekamen, begannen sie mit dem Bau der Kirche und des Klosters.

Der heilige Nilus starb bald darauf. Der hl. Bartholomäus arbeitete mit den anderen Mönchen ungefähr 20 Jahre an diesem Werk, wobei sie das Material der verlassenen römischen Villa - Säulen und Marmorplatten aus Marmor, gemeisselte Gesimse, Blöcke aus Peperin - benutzten.

Im Jahre 1024 war das Heiligtum vervollständigt, "schön, geschmückt mit Marmor und Malereien, reich an sakralen Einrichtungen, und bewundert von allen". Am 17. Dezember des selben Jahres kam Papst Johannes XIX, um es feierlich einzuweihen und der Mutter Gottes zu widmen; dazu sangen die Mönche ihre heiligen Hymnen auf griechisch, die der heilige Bartholomäus für diese Gelegenheit komponiert hatte.


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