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Kunst und Kultur - Ikone der Mutter Gottes
Sie
ist eine typisch byzantinische Ikone, gemalt auf vergoldetem Holz. Die Jungfrau
mit den großen sanften Augen hält das segnende Kind. Der Autor ist unbekannt.
Wahrscheinlich ist diese eine der vielen Ikonen, die die griechischen Mönche
reproduziert haben, indem sie die Ikonen des Orients, die durch die Raserei der
Bilderstürmer (Ikonoklasten) zerstört worden waren, kopierten.
Im Jahre 1140 plünderte Tolomeo II, Graf von Tuscolo, die Kirche. Unter den
abhanden gegangenen Gegenständen war wahrscheinlich auch die Ikone der Jungfrau.
Sicher ist nur, wie eine gut fundierte Überlieferung erzählt, dass eine
Gottesmutter-Ikone viele Jahre lang in einer Kirche in Tusculum verehrt wurde.
Im Jahre 1191 wurde Tusculum von Rom zerstört und die Ikone kam nach Rom. 1230
wurde sie (diese?) mit einer feierlichen Krönungsfeier von Papst Gregorio IX den
Mönchen zurückgegeben.
Für einige Jahrhunderte wurde sie in einem Seitenaltar aufgestellt. Erst in der
zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts brachte man sie am Hauptaltar an. 1687
verordnete das vatikanische Kapitel die Krönung der Ikone.
Diese begnadete Ikone, Attraktion für viele Gläubige, Pilger, zahlreiche Heilige
und Päpste, war eine Quelle für viele Gnaden Gottes. Zu den Pilgern gehörte auch
Papst Pius IX, der oft hierher kam, um zu beten; Papst Johannes XXIII kam 1960
und Papst Paul VI richtete von hier aus am 19. August 1963 seinen beherzten
Appell an die getrennten Brüder im Osten. Papst Johannes Paulus II besuchte
zweimal die Kirche und das Kloster (1979 und 1987).
Der Zufluss der Pilger an den Festtagen der Mutter Gottes war so groß, dass man
Zelte aufstellen und Verkaufsstände für Lebensmittel einrichten musste, um der
Nachfrage der Menge nachzukommen. So entstanden schon im Mittelalter die beiden
Jahrmärkte von Grottaferrata, einer am 25. März zu Mariä Verkündigung, der
andere zu Mariä Geburt am 8. September. Der Jahrmarkt zur Verkündigung wurde
1966 zur nationalen Landwirtschaftsmaschinenmesse erklärt.
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